Historie und Aktivitäten der IG


 

-          Februar 1989: Bei einem Informationsabend über die Ergebnisse eines Gutachtens zu möglichen Umgehungsstraßen im Marktoberdorfer „Modeon“ sprechen sich zahlreiche Bertoldshofener deutlich gegen die Pläne im Geltnachtal aus und kündigen einen „Kampf mit allen Mitteln an“. Zuvor hatten sie Flugblätter im Dorf verteilt und die Bürger informiert und mobilisiert (Berichterstattung in der Allgäuer Zeitung, Lokalteil Marktoberdorf, vom 18. Februar 1989).

 

-          Februar 1992: Leserbrief in der AZ Marktoberdorf, zur Verkehrssituation in Bertoldshofen (AZ Marktoberdorf vom 15. Februar 1992).

 

-          Februar 1997: Widerspruch der möglicherweise von den Baumaßnahmen betroffenen Grundstücksbesitzer gegen die Vorplanungen des Straßenbauamtes zwischen Bertoldshofen und Hausen.

 

-          Februar 1998: Von etwa 30 Bürgern unterzeichnete Anfrage bei Landrat Adolf Müller, bei der Stadt Marktoberdorf und beim Straßenbauamt Kempten wegen der Umgehungspläne und Forderung nach Informationsveranstaltung in Bertoldshofen (AZ Marktoberdorf vom 14. Februar 1998).

 

-          Frühjahr 1998: Unterstützung der Gegner und des Bürgerbegehrens gegen den Ausbau der Staatsstraße 2008 bei Kohlhunden als Teil des Umgehungskonzeptes. In der Folge sind bei der Abstimmung in Bertoldshofen rund zwei Drittel gegen den Ausbau der Staatsstraße.

 

-          Mai 1998: Bei einem Besuch in Marktoberdorf werden die Allgäuer Landtagsabgeordnete auf Umgehungspläne aufmerksam gemacht. Dr. Helmut Simon (SPD) dazu: Man kann „den Bertoldshofenern nicht den ganzen Verkehr reinschieben, (…) damit Marktoberdorf davon frei ist.“ (AZ Marktoberdorf vom 6. Mai 1998).

 

-          Juni 1998: Bei der Diskussion um die offizielle Ausschilderung der Kreisstraße OAL5 als Verbindung von der B12 zur B472 macht die Interessengemeinschaft auf eine Zusage von Landrat Adolf Müller aufmerksam, dass die Kreisstraße niemals aufgestuft oder entsprechend ausgeschildert wird (AZ Marktoberdorf vom 6. Juni 1998 sowie Leserbrief in der AZ Marktoberdorf vom 20. Juni 1998). Die Beschilderung ist inzwischen trotz aller Zusagen realisiert und von den politischen Entscheidungsträgern akzeptiert.

 

-          Juni 1999: Das Straßenbauamt Kempten kommt der Forderung der Interessengemeinschaft endlich nach und informiert im Gasthaus „Königswirt“ in Bertoldshofen über seine Neu- und Ausbaupläne für die B16 und B472. Dabei äußern sich zahlreiche Mitglieder der Interessengemeinschaft kritisch zur Amtstrasse und fordern die Prüfung alternativer Trassen sowie deutlich mehr Maßnahmen zum Lärmschutz.

 

-          März 2000: Einspruch gegen die Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Marktoberdorf zum Zwecke des Neu- und Ausbaus der B16 und B472, den über 60 Bürger und Grundstücksbesitzer aus Bertoldshofen und Umgebung unterzeichnen.

 

-          März 2003: Bürgeranhörung des Straßenbauamtes beim „Königswirt“ in Bertoldshofen. Zahlreiche Bürger und Mitglieder der Interessengemeinschaft äußern sich wiederum kritisch zu den Neu- und Ausbauplänen. Unter anderem wird massiv die Verwirklichung der „Korbseetrasse“ gefordert. Als weitere Argumente gegen die Amtspläne werden die große Lärm- und Abgasbelastung des Dorfes durch die Verlegung zweier Bundesstraßen in das enge Geltnachtal gefordert. Auch die Einkesselung des Dorfes und die damit unmögliche Weiterentwicklung des Ortes wurden mehrfach und kritisch angesprochen (AZ Marktoberdorf vom 20. März 2003).

 

-          2003 bis 2007: Obwohl bei Bürgerversammlungen immer wieder danach gefragt wird und derweil weiterhin vom Straßenbauamt, der Stadt und anderen über die Realisierung und Finanzierung der Marktoberdorfer Umgehungsstraßen verhandelt wird, werden die Fragesteller stets vertröstet und darauf verwiesen, dass es keinen neuen Sachstand gebe, die Finanzierung unsicher sei und eine Realisierung wohl noch Jahre oder Jahrzehnte auf sich warten lassen könnte.

 

-          Januar 2008: Als im Zuge des Kommunalwahlkampfs auch die Marktoberdorfer Umgehungsstraßen wieder thematisiert werden, formiert sich die Interessengemeinschaft neu.

 

-          Februar 2008: Schreiben an das Straßenbauamt und die politischen Amtsträger in der Region, in dem auf die Schwächen der Amtstrasse und alternative Trassen, insbesondere die „Korbseetrasse“ aufmerksam gemacht wird.

 

-          März 2008: Übersendung eines mehrseitigen Fragenkatalogs rund um die Planungen im Geltnachtal an das Straßenbauamt Kempten, das mit einem kurzen, allgemeinen Schreiben von Behördenleiter Bruno Fischle beantwortet wird.

 

-          April 2008: Rundschreiben an alle Bürger in Bertoldshofen und Umgebung mit Darlegung der Ziele der Interessengemeinschaft und Erhebungsbogen zur möglichen Mitgliedschaft bei der Umwandlung der Interessengemeinschaft in einen eingetragenen Verein. Bisher sind rund 150 Absichtserklärungen eingegangen.

 

-          April 2008: Organisation eines Informationstages zu den Plänen des Straßenbauamtes in der Alten Schule in Bertoldshofen, der den ganzen Tag über rege besucht ist. Dabei äußern sich viele Bürger überrascht und empört – nicht nur wegen der Umgehungspläne, sondern auch wegen der bisher kaum öffentlich bekannten Pläne, die B472 östlich von Bertoldshofen dreispurig auszubauen (AZ Marktoberdorf vom 23. April 2008).